Dreh-Kipp-Beschläge für Fenster
Dreh-Kipp-Beschläge für Fenster
- Unterschied zwischen Dreh-, Kipp- und Dreh-Kipp-Fenstern
- Aufbau eines Dreh-Kipp-Beschlags
- Funktion eines Dreh-Kipp-Beschlags
- Verwendung von Dreh-Kipp-Beschlägen bei Fenstern
- Sicherheitsstufen bei Fenstern
- Auswahl des richtigen Dreh-Kipp-Beschlags
- FAQ - Fragen und Antworten rund um Dreh-Kipp-Beschläge
Dreh-Kipp - die Revolution der Fenstertechnik
Dreh-Kipp-Beschläge sind in Deutschland schon lange in vielen Wohn- und Objektbauten etabliert. Sie gehören zu den am häufigsten verwendeten Fensterbeschlägen und haben die Fenstertechnik wortwörtlich revolutioniert. Durch die Kombination aus Dreh- und Kippfunktion lassen sich Fenster sowohl vollständig öffnen als auch sicher zum Lüften kippen – und das mit nur einem einzigen Griff.
Was ist der Unterschied zwischen Dreh-, Kipp- und Dreh-Kipp-Fenstern?
Bevor sich der Dreh-Kipp-Beschlag durchsetzte, waren Fenster meist entweder reine Drehfenster oder reine Kippfenster.
Drehfenster
Drehfenster lassen sich vollständig zur Seite öffnen. Der Flügel dreht dabei um eine vertikale Achse, wodurch sich das Fenster komplett öffnen lässt – ideal zum Stoßlüften.
Wie ist ein Dreh-Kipp-Beschlag aufgebaut?
Ein handelsüblicher Dreh-Kipp-Beschlag für Fenster besteht in der Regel aus den folgenden Teilen:
Getriebe mit Schubstangen / Stulpgetriebe mit Handgriff / Fensterolive
Das Getriebe überträgt die Bewegung des Handgriffs/Fensterolive auf die Schubstangen. Diese geben die Bewegung weiter an die darunter und darüber liegenden Eckumlenkungen.
Eckumlenkungen
Die obere Eckumlenkung gibt die Bewegung vom Getriebe weiter an die Schere und verbindet diese miteinander.
Die untere Eckumlenkung gibt die Bewegung vom Getriebe weiter an weitere Zwischenstücke. Außerdem greift ihr Verriegelungspunkt (Rollzapfen- oder Pilzkopfverriegelung) in das Kippriegellager und regelt damit die Kipp-Funktion.
Schere (Scherenstulp + Scherenarm) mit Scherenlager
Die Schere sorgt für die Kipp-Funktion und hält den Fensterflügel in Position.
Das Scherenlager (Rahmen) bildet mit dem Winkelband (Flügel) den Angelpunkt auf der oberen Seite zwischen Rahmen und Flügel.
Ecklager und Falzeckband
Das Ecklager (Rahmen) bildet mit dem Falzeckband (Flügel) den Angelpunkt auf der unteren Seite zwischen Rahmen und Flügel.
Kippriegellager
Das Kippriegellager sorgt für eine feste Arretierung in der Kipp-Stellung und hält den Flügel von unten.
Manche Dreh-Kipp-Beschläge sind noch mit weiteren Beschlägen ausgestattet.
Fehlbedienungssperre
Die Fehlbedienungssperre soll eine Fehlbedienung verhindern. In dem Moment, wo der Fenstergriff von der Kipp-Stellung in die Dreh-Stellung gebracht wird, könnte der Fensterflügel nur an seinem unteren Band hängen und zu Boden schlagen.
Kippbegrenzer
Kippbegrenzer begrenzen die Scherenausstellweite und stabilisieren den Fensterflügel in der Kipp-Stellung. Sie werden beispielsweise verwendet, um die Schere und das Scherenlager vor hoher Last, z.B. bei starken Windeinfall zu schützen.
Zwischenstücke
Zwischenstücke sind weitere Verriegelungen, welche beispielsweise an der Bandseite oder an der Flügelunterseite angebracht werden können, um weitere Verriegelungspunkte zu bieten.
Wie funktioniert ein Dreh-Kipp-Beschlag?
Ein Dreh-Kipp-Beschlag verfügt über drei wesentliche Einstellungen:
- die Verschluss-Stellung
- die Dreh-Stellung
- die Kipp-Stellung
Der Mechanismus eines Dreh-Kipp-Beschlags beginnt beim Drehen des Fenstergriffs.
Die Bewegung des Fenstergriffs betätigt das Getriebe, welches die Bewegung über eine Schubstange und einen Zahnschuh auf die Eckumlenkung überträgt. Diese überträgt – wie der Name schon sagt – die Bewegung um die Ecke auf den Scherenstulp.
Jede Stellung löst oder verriegelt andere Punkte, was die unterschiedlichen Schließ- und Öffnungsmöglichkeiten ermöglicht.
Verschluss-Stellung:
Der Griff steht vertikal nach unten.
Die Riegelbolzen greifen in die Schließplatten und die Schere ist verriegelt. Durch das Eingreifen der Riegelbolzen in die Schließplatten wird der Fensterflügel an die Dichtung in dem Fensterrahmen gepresst. Das Fenster ist verriegelt.
Dreh-Stellung:
Der Griff steht horizontal nach links/rechts.
Die Schubstange zieht die Riegelbolzen aus den Schließplatten und aus dem Kippriegellager heraus. Die Schere bleibt verriegelt. Dadurch bleiben zwei Punkte an der Bandseite verriegelt, was das seitliche Öffnen des Fensters ermöglicht.
Kipp-Stellung:
Der Griff steht vertikal nach oben.
Die Schubstange zieht die Riegelbolzen noch weiter heraus und entriegelt den Scherenarm an einem Punkt von dem Scherenstulp. Der Riegelbolzen im Kippriegellager verriegelt erneut und ermöglicht die Kippfunktion. Dadurch bleibt der Flügel an zwei Punkten unten am Fenster verriegelt, kippt oben aus dem Rahmen und wird vom Scherenarm in Position gehalten.
Bei welchen Fenstern kann man Dreh-Kipp-Beschläge verwenden?
Dreh-Kipp-Beschläge lassen sich an viele verschiedene Fenstertypen verwenden. Entscheidend sind hier oft der Flügel- und Rahmenwerkstoff, sowie die Bauform und Größe des Fensters.
Einflügelige Fenster
Bei einflügeligen Fenstern ist die Verwendung von Dreh-Kipp-Beschlägen in der Regel problemlos. Dies gilt auch für die folgenden Flügel- und Rahmenwerkstoffe:
- Kunststoff
- Holzfenster
- Holz-Alu-Fenster
- Aluminiumfenster
Problemfälle
Problematisch wird die Auswahl von Dreh-Kipp-Beschlägen beispielsweise bei:
- Rundfenster (Bullenauge)
- weiteren Sonderformen
- sehr kleine oder schmale Fenster (abhängig vom Hersteller - meist ca. ab 280 – 350mm Flügelfalzhöhe (FFH) und Flügelfalzbreite (FFB)
- sehr große, schwere Fenster
DU WILLST DIREKT BESTELLEN?
LOS GEHTS!
Welche Sicherheitsstufen gibt es bei Fenstern?
Fenster sind oft die erste Angriffsstelle für Einbrecher, besonders im Erdgeschoss oder an leicht zugänglichen Stellen. Daher sind die Anforderungen an den Einbruchschutz nicht nur an der Fensterscheibe, sondern auch an dem Fensterprofil und an den Beschlägen hoch.
Dafür gibt es sogenannten Widerstandsklassen. Bei der Einbruchprüfung wird genau festgelegt, welche Vorgehensweise und welche Werkzeuge eingesetzt werden dürfen. Daraus ergibt sich die Widerstandszeit – also die Zeit, die benötigt wird, um das Fenster zu überwinden. Die Widerstandsklassen lassen sich daher in folgende Klassen unterteilen:
Einbruchprüfung nach DIN EN 1627:2011
Für jede Widerstandsklasse ist bei der Einbruchprüfung eine bestimmte Vorgehensweise, eine Widerstandszeit und ein bestimmter Werkzeugsatz vorgeschrieben.
| Widerstandsklasse DIN EN 1627:2011 | Tätertyp / Vorgehensweise / Werkzeuge | Widerstandszeit |
|---|---|---|
| RC1N | Es wird ein Manipulationstest mit Kleinwerkzeugen durchgeführt, Bauteile dieser Widerstandsklasse weisen nur einen geringen Schutz gegen den Einsatz von Hebelwerkzeugen auf. Die Klasse wird mit Standardglas ausgeführt. | 3 Minuten |
| RC2N | Der Täter versucht, zusätzlich mit einfachen Werkzeugen wie Schraubendreher, Zange und Keil, das verschlossene und verriegelte Bauteil aufzubrechen. Ein direkter Angriff auf die eingesetzte Verglasung ist nicht zu erwarten. Die Klasse wird ebenfalls mit Standardglas ausgeführt. | 3 Minuten |
| RC2 | Der Täter versucht, zusätzlich mit einfachen Werkzeugen wie Schraubendreher, Zange und Keil, das verschlossene und verriegelte Bauteil aufzubrechen. Eine Verglasung gemäß EN 356 ist ab der Klasse RC2 vorgeschrieben. | 3 Minuten |
| RC3 | Der Täter versucht zusätzlich mit einem zweiten Schraubendreher und einem Kuhfuß, das verschlossene und verriegelte Bauteil aufzubrechen. | 5 Minuten |
| RC4 | Der erfahrene Täter setzt zusätzlich Sägewerkzeuge und Schlagwerkzeuge wie Schlagaxt, Stemmeisen, Hammer und Meißel sowie eine Akku-Bohrmaschine ein. | 10 Minuten |
| RC5 | Der erfahrene Täter setzt zusätzlich Elektrowerkzeuge wie z.B. Bohrmaschine, Stich- oder Säbelsäge und einen Winkelschleifer ein (max. Scheibendurchmesser 125mm). | 15 Minuten |
| RC6 | Der erfahrene Täter setzt zusätzlich leistungsfähige Elektrowerkzeuge wie z.B. Bohrmaschine, Stich- oder Säbelsäge und einen Winkelschleifer ein (max. Scheibendurchmesser 230mm). | 20 Minuten |
Korrelation
Werden Elemente von der ausschreibenden Stelle z.B. als einbruchhemmendes Element nach DIN EN 1627 - Widerstandsklasse RC2 ausgeschrieben, kann mit Hilfe der Korrelationstabelle ein vorhandenes Prüfzeugnis nach DIN ENV 1627 - Widerstandsklasse WK2 verwendet werden.
Außer bei der Widerstandsklasse RC1N ist davon auszugehen, dass Produkte, die nach den Widerstandsklassen WK2 - WK6 klassifiziert wurden, den selben Klassen nach der Norm DIN EN 1627 entsprechen.
| Widerstandsklassen (RC = resistance class) nach DIN EN 1627:2011-08 | Widerstandsklassen (WK) nach DIN V ENV 1627:1999-04 |
|---|---|
| RC1N | keine Korrelation möglich |
| RC2N | WK2 (Verglasung frei wählbar - Glasanbindung wie geprüft) |
| RC2 | WK2 |
| RC3 | WK3 |
| RC4 | WK4 |
| RC5 | WK5 |
| RC6 | WK6 |
Wie wähle ich die richtigen Dreh-Kipp-Beschläge für Fenster aus?
Um die richtigen Dreh-Kipp-Beschläge für Fenster auszuwählen, muss man viele Faktoren berücksichtigen. Dafür musst du zuerst folgende Fragen klären:
Fensterform
1. Welche Form hat das Fenster?
(Rechteck-Fenster | Schräg-Fenster z.B. bei Dachschrägen | Stichbogen-Fenster | Rundbogen-Fenster)
Fensterausführung
2. Wie viele Flügel hat das Fenster und in welcher Ausführung?
(1-flügelig | 2-flügelig als Einzelflügel | 2-flügelig als Stulpflügel | 3-flügelig)
Fenstermaterial
3. Aus welchem Material besteht der Fensterrahmen und Flügel?
(Holz | Kunststoff | Holz-Alu-Fenster | Aluminiumfenster)
Flügelfalzbreite
4. Wie groß ist die Flügelfalzbreite (FFB)?
Die Flügelfalzbreite (FFB) misst den Abstand von der linken Stulpkante bis zur rechten Stulpkante. Damit ist nicht die Außenkante des Fensterflügels gemeint, sondern die Kante, in der der Beschlag sitzt.
Flügelfalzhöhe
5. Wie groß ist die Flügelfalzhöhe (FFH)?
Die Flügelfalzhöhe (FFH) misst den Abstand von der unteren Stulpkante bis zur oberen Stulpkante. Damit ist nicht die Außenkante des Fensterflügels gemeint, sondern die Kante, in der der Beschlag sitzt.
Überschlag
6. Wie groß ist der Überschlag am Fensterflügel?
Der Überschlag ist der Abstand von der Fensterflügel-Außenkante bis zum Beschlag / Stulpkante des Getriebes. Dieser beträgt meist 18mm oder 20mm.
Nutlage
7. Wie groß ist die Nutlage des Fensterflügels?
Die Nutlage ist der Abstand von der Kante der Fensterflügeldichtung bis zur Mitte des Beschlages / Fensterverriegelung. Diese beträgt entweder 9mm oder 13mm.
Dornmaß
8. Wie groß ist das Dornmaß?
Das Dornmaß gibt den Abstand von der Mitte des Vierkants im Getriebe zum Stulp bzw. Blech des Getriebes in dem Fensterfalz an.
Sichtbare oder verdeckte Beschläge
9. Sollen die Beschläge am Fenster sichtbar sein?
Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an Lösungen, um die Beschläge am Fenster zu verdecken. Sie sind dabei nur in der Dreh-Stellung sichtbar.
Widerstandsklasse für Einbruchschutz
10. Welche Widerstandsklasse wird benötigt?
Welche Widerstandsklasse für ein Fenster erforderlich ist, hängt vor allem von der Lage des Fensters und dem gewünschten Sicherheitsniveau ab.
Leicht erreichbare Fenster im Erdgeschoss oder an Balkonen sind beispielsweise einem höheren Einbruchrisiko ausgesetzt und sollten mindestens der Widerstandsklasse RC2 entsprechen. Für besonders gefährdete Bereiche oder Gebäude mit erhöhtem Sicherheitsbedarf kann auch RC3 oder höher sinnvoll sein.
Griffhöhe
11. Soll der Griffsitz auf einer konstanten Höhe oder mittig sitzen?
Ein konstante Griffhöhe bedeutet, dass die Griffhöhe, auf die der Griff sitzt, auf einem konstanten Maß zur Oberkante Fertigfußboden (OFF) sitzt. Das kann beispielsweise 1000mm sein. Der Griff sitzt also 1 Meter über dem Fußboden.
Das sorgt auch bei unterschiedlich großen Fensterelementen für eine einheitliche Griffhöhe.
Eine mittige Griffhöhe bedeutet, dass der Fenstergriff mittig zum Fensterflügel sitzt, egal wie hoch das Fenster ist. Das ist besonders von Vorteil, wenn die einzusetzenden Fenster alle die gleiche Höhe haben.
Allerdings kann eine mittige Griffhöhe zum Beispiel bei sehr hohen Fenstern unpraktisch sein, da der Fenstergriff nur schwer oder gar nicht zu erreichen ist.
DIN-Richtung
12. Handelt es sich um ein linkes oder rechtes Fenster?
Die DIN-Richtung eines Fensters kann man bestimmen, indem man sich auf die Bandseite des Fensters stellt. Das bedeutet, dass man im geschlossenen Zustand die Bänder, die die Fenster halten, sehen kann. Bei nach innen zu öffnenden Fenstern liegt die Bandseite i.d.R. im Raum.
Blickt man nun auf das geschlossene Fenster, dann sitzen bei einem DIN-linken Fenster, die Bänder auf der linken Seite. Das bedeutet, dass der Fenstergriff auf der rechten Seite sitzt. Das Fenster lässt sich nach links öffnen.
Bei einem DIN-rechten Fenster sitzen die Bänder auf der rechten Seite. Das bedeutet, dass der Fenstergriff auf der linken Seite sitzt. Das Fenster lässt sich nach rechts öffnen.
FAQ - Fragen und Antworten rund um Dreh-Kipp-Beschläge
Derzeit führen wir 3 verschiedene Marken am Lager. Darunter findest du eine große Auswahl an Dreh-Kipp-Beschlägen für Fenster von Siegenia, Gretsch-Unitas und Maco.
In der Regel sind Dreh-Kipp-Beschläge verschiedener Hersteller nicht 1:1 kompatibel. Dreh-Kipp-Beschläge sind systemgebunden, das heißt, Scheren, Getriebe, Verriegelungen und Ecklager eines Herstellers passen meist nicht direkt in die Produkte eines anderen Herstellers.
Für den herstellerübergreifenden Austausch von Eckumlenkungen bietet Siegenia Zahnschuhe an, die es ermöglichen, Eckumlenkungen unterschiedlicher Marken miteinander zu verbinden. Eckumlenkungen lassen sich also über diese Zahnschuhe an Getriebe anderer Hersteller ankoppeln.
Getriebe und Scheren müssen in solchen Fällen oft angepasst, bzw. gekürzt werden, damit sie mit den neu kombinierten Bauteilen funktionieren und passen.
Die Widerstandsklassen RC2 und RC3 nach DIN EN 1627 definieren, wie einbruchhemmend ein Fenster oder eine Tür ist. Sie sagen aus, wie lange und wie schwer ein Einbrecher das Bauteil mit typischen Werkzeugen (z.B. Schraubenzieher, Zange, Kuhfuß) aufhebeln oder aufbrechen kann.
-
RC2:
Schutz gegen einfache Einbruchversuche – Der Täter versucht mit einfachem Werkzeug das Fenster aufzubrechen. Die geprüfte Widerstandszeit der Beschläge beträgt 3 Minuten. Ein Einbrecher braucht also deutlich länger, um ins Haus zu gelangen, und wird häufig abgeschreckt. -
RC3:
Schutz gegen fortgeschrittene Einbruchversuche – Der Täter versucht mit zusätzlichem Werkzeug, wie Schraubendreher und Kuhfuß, das Fenster aufzuhebeln. Die geprüfte Widerstandszeit der Beschläge beträgt 5 Minuten. Selbst geübte Einbrecher brauchen hier deutlich mehr Zeit und Werkzeug, um das Fenster zu überwinden.
RC2-zertifizierte Beschläge eignen sich also vorallem für Erdgeschossfenster und leicht zugängliche Bereiche. Einbrecher lassen sich einfach abgeschrecken, weil sie unter Zeitdruck stehen.
RC3-zertifizierte Beschläge eignen sich ideal für besonders gefährdete Fenster und Türen, wie Balkon- oder Terrassenzugänge. Sie schützen gegen fortgeschrittene Einbruchversuche und verlängert die Zeit, die Einbrecher benötigen, erheblich.
Sicherheits-Fenstergriffe lassen sich abschließen und verhindern, dass Fenster ungewollt von innen oder außen geöffnet werden. Sie bieten einen einfachen Schutz vor Einbruch und dienen gleichzeitig als Kindersicherung.
Pflicht oder Empfehlung?
Wenn ein Fenster nur mit Beschlägen der Grundsicherheit ausgestattet werden soll, kann ein abschließbarer Sicherheits-Fenstergriff Teil des Systems sein – er ist jedoch nicht verpflichtend. Besonders sinnvoll ist dies, wenn das Fenster von außen leicht erreichbar ist (z.B. im Erdgeschoss).
Sollen Fenster hingegen nach einer Resistance Class (Widerstandsklasse) ab RC1N zertifiziert werden, ist ein abschließbarer Sicherheits-Fenstergriff als fester Bestandteil des Systems verpflichtend.
Rollzapfenverriegelungen sind zylinderförmige Zapfen, welche an Fenster- und Türbeschlägen vorzufinden sind. Bei einem Dreh-Kipp-Beschlag sitzen diese am Fensterflügel auf der Schubstange und bewegen sich in den Schließplatten, um ein Öffnen und Schließen des Fensters zu ermöglichen.
Vorteile:
Da die Rollzapfen im Dreh-Kipp-Beschlag gleiten, sind sie sehr leise und verschleißfest, was sie zu einer langlebigen Lösung eines Fensterbeschlags machen.
Wenn man sie also regelmäßig sauber hält und mit etwas Funktionsöl wie WD-40 einsprüht, können diese Beschläge Jahrzehnte halten.
Nachteile:
Rollzapfenverriegelungen bieten zwar einen gewissen Grundschutz, haben jedoch auch Nachteile im Hinblick auf den Einbruchschutz.
Da Rollzapfen eine zylindrische Form ausweisen, greifen sie nicht formschlüssig in das Schließblech ein, sondern rollen lediglich darüber.
Dadurch, dass sie nur gegen einseitige Krafteinwirkung geschützt sind, können sie im Falle eines Einbruchs leichter aus dem Schließblech gedrückt werden.
Außerdem lässt sich der Anpressdruck meist nur begrenzt erhöhen, was die Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Belastungen weiter reduziert. Für Fenster und Türen in einbruchgefährdeten Bereichen sind Rollzapfenverriegelungen daher nur bedingt geeignet und sollten, wenn möglich, durch einbruchhemmendere Systeme, z.B. durch Pilzkopfverriegelungen ergänzt oder ersetzt werden.
Pilzkopfverriegelungen haben im Gegensatz zu Rollzapfenverriegelungen keine zylindrische Form, sondern eine Pilz-Form - daher auch der Name. Auch diese Verriegelungen sitzen bei einem Dreh-Kipp-Beschlag am Fensterflügel auf der Schubstange und ermöglichen ein Öffnen und Schließen des Fensters.
Vorteile:
Pilzkopfzapfen greifen formschlüssig in eine Schließplatte ein und bieten dadurch im Vergleich zu Rollzapfen einen deutlich höheren Schutz gegen Aufhebeln, da sie zweiseitiger Krafteinwirkung standhalten können.
Auch Pilzkopfverriegelungen sind vergleichsweise leise und haben eine lange Standzeit.
Auch hier gilt: wenn man sie regelmäßig sauber hält und mit etwas Funktionsöl wie WD-40 einsprüht, dann können diese Beschläge Jahrzehnte halten.
Nachteile:
Um dem Einbruchschutz gerecht zu werden, werden Pilzkopfverriegelungen aus höherwertigen Materialien hergestellt. Das macht sie in der Herstellung aber etwas teurer.
Der Anpressdruck beschreibt, wie stark der Fensterflügel im geschlossenen Zustand gegen den Rahmen gedrückt wird. Er entsteht, indem die Schließzapfen (Roll- oder Pilzkopfzapfen) des Dreh-Kipp-Beschlags, in die Schließplatten greifen.
Ein richtig eingestellter Anpressdruck sorgt dafür, dass:
- das Fenster dicht gegen Wind und Zugluft schließt
- Schlagregen nicht eindringen kann
- die Dichtungen gleichmäßig anliegen
- sich der Fensterflügel einfach bedienen lässt
Ist der Anpressdruck zu gering, kann es zu Undichtigkeiten und Zugluft kommen. Ist er zu hoch, werden Dichtungen und Beschläge unnötig belastet. Es kann auch passieren, dass das Fenster nicht mehr richtig schließt.
Der Anpressdruck lässt sich bei Dreh-Kipp-Beschlägen in der Regel direkt über verstellbare Schließzapfen anpassen.